Archiv der Kategorie: Jugendprojekte



MuseobilBOX – Jugendkulturen im Museum (2014)

Jugendliche als „Forscher und Dokumentaristen in eigener Sache“ erschlossen sich Ausstellungsbereiche des Museums, das Forschen, Sammeln und Vermitteln. Ausgangspunkt bildeten Besuche der Sonder-Ausstellung „I’m not afraid of anything. Porträts junger Europäer. Fotografien von Edgar Zippel“.

Die Jugendlichen – überwiegend erst vor kurzem mit ihren Familien zugewandert – setzten sich mit ihrem gegenwärtigen Leben in Berlin, ihrem Lebensumfeld, ihrem kulturellen Erbe, Hoffnungen und Wünschen auseinander. Im Team mit MuseumspädagogInnen und KünstlerInnen wurden Fragen und Themen verfolgt, in MuseobilBOXen dokumentiert, im Museum und den Communities der Projektpartner präsentiert.

Ein Kooperationsprojekt mit dem Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin, Amaro Foro e.V., To Spiti Interkulturelles Frauen- Familienzentrum/Diakoniewerk Simeon, dem Nachbarschaftsheim Neukölln e.V. in Berlin unter der Leitung des Nachbarschaftsmuseums. – Gefördert durch das Ministerium für Bildung und Forschung/Bundesverband Museumspädagogik e.V.

Museobilbox – Jugendkulturen im Museum



Not afraid of anything! (2013) – Tage des Interkulturellen Dialogs

Veranstaltung im Rahmen der „Tage des Interkulturellen Dialogs“ am 23. 10. 2013 im Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin

Im Rahmen der Ausstellung „I’m not afraid of anything. Porträts junger Europäer. Fotografien von Edgar Zippel“ , die die Zukunftsvorstellungen von Jugendlichen aus verschiedenen europäischen Ländern thematisierte, beleuchteten VertreterInnen mehrerer Generationen im Dialog Wünsche, Ziele, Hoffnungen und Ängste Jugendlicher aus unterschiedlichen Perspektiven. Sie bezogen sich dabei auch auf Aussagen in der Ausstellung.

Im Fokus: Aus welcher Perspektive erfahre ich meine und die Welt der anderen? Was lehrt uns der grenzüberschreitende und auch retrospektive Blick für die Wahrnehmung der Lebensumstände Jugendlicher, den Zeitgeist und seine Herausforderungen?

Moderation: Rita Klages, Nachbarschaftsmuseum e.V. / Berliner Plattform

siehe Dokumentation Seiten 14/15 unter : http://www.tage-des-interkulturellen-dialogs.de/fileadmin/users/aric/PDF/Dialogtage/downloads_2013/Dokumentation_2013_web.pdf

 



10. Tage des Interkulturellen Dialogs 2012

Anlässlich des Jubiläums 775 Jahre Berlin zur Frage: Wie Geschichte Identität(en) stiftet und wie durch Geschichtsvermittlung Stereotypen und Klischees erzeugt und verfestigt werden.

Veranstaltungen des Nachbarschaftsmuseums:

Kreativ in Berlin. Zwei Menschen, zwei Bewegungen: der Weg vom Wedding über den Tellerrand hinaus. 

Identität und erinnerte Geschichte. Zur Aneignungspraxis aus der Perspektive
der interkulturellen Jugendarbeit
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Kreativ in Berlin. Zwei Menschen, zwei Bewegungen: der Weg vom Wedding über den Tellerrand hinaus.  Gespräch moderiert von Rita Klages, Nachbarschaftsmuseum e.V.

am Donnerstag, 18. Oktober 2012, 18 – 20 Uhr im Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin

Im Rahmen der 10. Tage des Berliner Interkulturellen Dialogs (www.tage-des-interkulturellen-dialogs.de) finden biografische Gespräche mit Wegbereitern nachfol-gender Generationen in der Einwanderungsgesellschaft statt.

Beispielhaft stehen dafür: Van Bo Le-Mentzel, Architekt (www.hartzivmoebel.de), Karma-Ökonom und Initiator der „School-talks“ – Kadir Amigo Memis, Tänzer und Choreograph, Mitbegründer der Tanzgruppe „Flying Steps“ und der internationalen Kommunikationsplattform „Dance Unity“ (www.kadirmemis.com). Aufgewachsen in Berlin-Wedding, sind sie geprägt durch die Milieus der 1980er und 1990er Jahre. Beide nahmen aktiv Bildungs- und Kulturangebote von Jugendeinrich-tungen wahr, was ihre Biografien prägte. Sie schafften den Sprung in andere Berliner Stadtteile und holten sich hier den Schliff, um berufliche Ziele im Kreativbereich verfolgen und verfestigen zu können. „Do it yourself und gestalte Deine Zukunft selber“ ist ihr Motto. Van Bo Le-Mentzel traf den „Nerv der Zeit“, indem er innovative bezahlbare Möbel entwickelte. Kadir „Amigo“ Memis wird erläutern, wie aus Bewegung Tanz entsteht. Neben ihren professionellen Ambitionen sprechen sie auch über ihre gesellschaftli-chen Anliegen und wo sie für sich neue Herausforderungen sehen.

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit und dem Nachbarschaftsmuseum e.V./ Berliner Plattform statt.
Eintritt frei

Identität und erinnerte Geschichte. Zur Aneignungspraxis aus der Perspektive
der interkulturellen Jugendarbeit

Akteure aus der Familien- und Jugendarbeit und Jugendliche, insbesondere mit
eigener Migrationsgeschichte, sind eingeladen, Ansätze, Erfahrungen und
Hintergründe ihrer (Lebens)Praxis zu erläutern.

Inhalt des Dialogs: Der Umgang mit der Geschichte und Kultur des
Herkunfts- sowie Residenzlandes, prägende Erfahrungen, der Generationenwechsel,
Patchwork-Identitäten, Selbstbehauptungsstrategien, der Umgang mit
gesellschaftlichen Wandlungsprozessen.

Wo und wie bringen sich die nachfolgenden Generationen in die Gesellschaft ein?
Wo werden die größten Herausforderungen für die Geschichtsaneignung
nachfolgender Generationen gesehen? Was könnte dies Bildungseinrichtungen wie
z.B. Museen lehren?

Mit einem Impulsbeitrag von Samuel Schidem, freier Dozent für politische Bildung,
Religionen und Museumspädagoge.
Moderation: Dipl.-Päd. Rita Klages

Termin: Donnerstag, 1. November 2012, 18 Uhr
Ort: Landeszentrale für politische Bildungsarbeit
An der Urania 4-10, 1.Etage
10787 Berlin
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildungsarbeit,
Nachbarschaftsmuseum e.V./Berliner Plattform

siehe  außerdem Broschüre „10 Jahre Tage des Interkulturellen Dialogs“ pdf

 



Döner, Dienste und Design (2010/11)

Berliner UnternehmerInnen; Wanderausstellung

Präsentation der Ausstellung im Rahmen der 26. Deutschen Gründer- und Unternehmertage (deGUT) im Oktober 2010 in der STATION-Berlin am Gleisdreieck sowie im Rathaus Schöneberg vom 8.12.2010 bis 07.01.2011 im Rahmen der Reihe „CrossKultur 2010“, einem Kooperationsprojekt der Integrationsbeauftragten des Bezirks, der Museen Tempelhof-Schöneberg und des bezirklichen Modellprojektes „Demographischer Wandel – Strategien für Berliner Bezirke“, initiiert von Bezirksbürgermeister Ekkehard Band.

Mehr zum EU-Projekt „Entrepreneurial Cultures in Cities in Europe“ siehe Publikation: Entrepreneurial Cultures in Europe 2010



EU-Projekt Entrepreneurial Cultures in European Cities (2008 – 2010) – Die Berliner Projekte

EU-Projekt „Unternehmenskulturen in europäischen Städten“

Ein Kooperationsprojekt mit Museen und Bildungseinrichtungen aus Amsterdam (NL), Barcelona (ES), Berlin, Liverpool (GB), Luxemburg (L), Talinn (LIT), Volos (GR) Zagreb (HR). Berliner Kooperationspartner: Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin und Nachbarschaftsmuseum, Mitinitiator des Projekts.

Im Mittelpunkt des Ausstellungsprojekts stand das kleine und mittelständische Unternehmertum in europäischen Metropolen, das mit steigender Tendenz von MigrantInnen und deren Nachkommen geführt wird. Ihre Rolle für das wirtschaftliche, politische und kulturelle Leben der Städte und den sozialen Zusammenhalt wurde in Ausstellungen verdeutlicht und Wege der Präsentation in einem Museum aufgezeigt.
Das Projekt verband sich mit gegenwartsbezogenen Sammlungsstrategien und dem Erreichen neuer Zielgruppen für die Museumsarbeit.

Neben internationalen Fachveranstaltungen mit den Kooperationspartnern wurden in Berlin zwei Projekte durchgeführt. Weiterlesen


2008 „Was machst Du später Yasmin? Unternehmen: Zukunft“

Ein Jugendprojekt für SchülerInnen aus Kreuzberg. Zusammen mit KünstlerInnen der
Kultureinrichtung „Schlesische 27“, unter Federführung des Vereins Nachbarschaftsmuseum, interviewten die Jugendlichen erfolgreiche Kreuzberger UnternehmerInnen und erstellten von ihnen in unterschiedlichen Medien Porträts.
Dies lieferte den Grundstock für eine Ausstellung, die zum Abschluss der Projektwochen in der „Schlesischen 27“ von den SchülerInnen präsentiert wurde.
Sie erschlossen sich einen Zugang zur Lebens- und Berufswelt von UnternehmerInnen mit Migrationsgeschichte und setzten sich mit ihren eigenen beruflichen Zukunftsvorstellungen auseinander. – Näheres siehe Beitrag „Was machst du später, Yasmin?…..“

2009/10 Ausstellung „Döner – Dienste und Design. Berliner UnternehmerInnen“.

Die Ergebnisse des Projekts „Was machst du später, Yasmin?“ wurden 2009/10
im Museum Europäischer Kulturen – Staatl. Museen zu Berlin im Rahmen der Ausstellung „Döner – Dienste und Design. Berliner UnternehmerInnen“ der Öffentlichkeit gezeigt. Im Rahmen der „Tage des Interkulturellen Dialogs“ berichteten die SchülerInnen ein Jahr später, was ihnen „Was machst du später, Yasmin? …“ für die eigenen Berufsfindungsstrategien brachte. – Näheres siehe Beitrag „Döner, Dienste und Design. Berliner UnternehmerInnen

Im Anschluss an das EU-Projekt wurde die Ausstellung 2010 im Rahmen der 26. Deutschen Gründer- und Unternehmenstage (deGUT-Messe) sowie der Veranstaltungsreihe CrossKultur 2010 im Berliner Rathaus Schöneberg präsentiert.



Was machst du später, Yasmin? Unternehmen: Zukunft (2008/10)

Unter diesem Motto nahmen SchülerInnen der 9. und 10. Klasse der Carl-von-Ossietzky-Oberschule im November 2008 im Rahmen von Projektwochen den Kontakt mit Kreuzberger UnternehmerInnen auf, die einen Migrationshintergrund haben. Unter künstlerischer Anleitung von KünstlerInnen der Schlesischen 27 erstellten sie mit den Medien Foto, Film und Text künstlerische Porträts von den UnternehmerInnen und richteten gleichzeitig den Fokus auch auf sich selbst.

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Sie befragten die UnternehmerInnen zu ihrer Biografie und der Geschichte ihres Unternehmens, um eine konkrete Vorstellung von der Kompexität des Berufslebens, des Arbeitsmarktes und von unterschiedlichen Lebensentwürfen zu erhalten. Durch das reale und künstlerische Heranführen der Jugendlichen an das Erfahrungwissen von UnternehmerInnen wurden sie mit Fragen an die eigene Identität, ihre sozialen und kreativen Kompetenzen konfrontiert. Der intergenerative und interkulturelle Erfahrungsaustausch eröffnete ihnen in der Auseinandersetzung mit Einzelpersönlichkeiten mit Migrationshintergrund neue Erfahrungshorizonte und Schlüsselkompetenzen und vermittelte ihnen im sozialen Umfeld neue Ansprechpartner für die Zukunftsgestaltung. Im Schuljahr 2009/10 werden sie die Oberschule mit unterschiedlichen Schulabschlüssen beenden.

Die Stärken der künstlerischen Produktion, die lebensweltliche Orientierung, sowie die produktive Auseinandersetzung im Umgang mit verschiedenen Kulturen für die eigene Zukunftsplanung wurden in diesem Projekt aufeinander bezogen.

Bei der künstlerischen Auseinandersetzung und Vertiefung der Eindrücke in Zusammenarbeit mit den KünstlerInnen in den Räumen der Schlesischen 27 lernten die SchülerInnen neben neuen Techniken im Umgang mit Text, Kamera und Video auch die Möglichkeiten des kreativen Selbstausdrucks kennen. Insofern waren bei der jeweils abschließenden Präsentation der Projektwoche in der Schlesischen 27 sowohl die UnternehmerInnen als auch die SchülerInnen die Porträtierten.

Die öffentliche Präsentation der Projektergebnisse durch die SchülerInnen sowie die Dokumentation des Projekts gewährleisten eine Nachhaltigkeit der Projekterfahrungen und bestehenden Kontakte. Verschiedene Ergebnisse dieses Projekts wurden im Rahmen des EU-Projekts „“Entrepreneurial Cultures in European Cities“ sowie bei weiteren Ausstellungen und Projekten des Museums Europäischer Kulturen  – Staatl. Museen zu Berlin und des Vereins Nachbarschaftsmuseum e.V. einbezogen.

Die Kooperationspartner

Initiator und Ideengeber des Projekts ist der Verein Nachbarschaftsmuseum e.V. Es wurde finanziell gefördert durch den Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung.

„Was machst du später, Yasmin? Unternehmen: Zukunft“ ist ein Kooperationsprojekt des Nachbarschaftsmusuem e.V., der Carl-von-Ossietzky-Oberschule und des Museums Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin in Zusammenarbeit mit dem Internationalen JugendKunst- und Kulturzentrum Schlesische 27.

Die Auswahl der UnternehmerInnen erfolgte durch das Nachbarschaftsmuseum, das gleichzeitig einen Interviewleitfaden sowie Kurzprofile der UnternehmerInnen als Grundlage für die reale und die künstlerische Auseinandersetzung mit den UnternehmerInnen erstellte.

Die künstlerische Annäherung an die UnternehmerInnen sowie die Erstellung eines Porträts durch die SchülerInnen mit Methoden von Foto, Video und Text geschah unter der Regie der KünstlerInnen der Schlesischen 27 in Kreuzberg, wo auch die öffentliche Projektpräsentation erfolgte.

Beispieldokumentation der Arbeitsgruppe

 



Projekt Kulturelle Vielfalt mitten in Berlin (2002)

in Zusammenarbeit mit dem Nachbarschaftsmuseum, dem Heimatmuseum Wedding / Kulturamt Mitte von Berlin. Existenzgründer verschiedener Kulturen werden von Absolventen berufsbildender Einrichtungen auf das Kulturspezifische ihrer Ideen und ihrer Selbstorganisation untersucht und dokumentiert. Verbunden mit einer Ausstellung und Präsentation des Projekts durch die AbsolventInnen. Ein Grundstock für die interkulturelle Ausrichtung der Kulturarbeit wurde damit vom Heimatmuseum und dem Kulturamt Mitte angelegt.

Dieses Projekt lieferte die Idee für das EU-Projekt „Entrepreneurial Cultures in Cities in Europe“ (2008 – 2010); siehe auch Publikation „Entrepreneurial Cultures in Europe“, 2010 (pdf)

Siehe unter „Publikationen“ Artikel Klages in StandbeinSpielbeinApr_2003gescannt, Hamburg, und „City museums as centres of civic dialogue?“. Hrsg. Amsterdam Historical Museum, Amsterdam 2006, Artikel „Cultural diversity in the middle of Berlin“



Wenn ich König von Kreuzberg wär (1999)

Projekt Stadtraummarkierungen

Im Rahmen des „Internationalen Jahres der Senioren“ in Zusammenarbeit mit dem
Deutschen Technikmuseum, dem Kreuzberg-Museum, Kreuzberger Schulen und Senioreneinrichtungen, koordiniert mit der Plan- und Leitstelle Gesundheit des Bezirks Kreuzberg sowie den International Global Walks. – Leitung: Nachbarschaftsmuseum.

Im Fokus des Ausstellungsprojekts standen ausgewählte Kreuzberger Quartiere, die hinsichtlich ihrer Lebensqualität für die Bewohner verschiedener Generationen und Kulturen untersucht und gleichzeitig mit deren Erinnerungsspuren dargestellt wurden. Möglichkeiten der Mitgestaltung des eigenen „Königreiches“ in einem intergenerativen Bündnis wurden bei diesem Projekt ausgelotet und vorgestellt.

Tagungsbeiträge hierzu beim Kinder- und Jugendmuseum in München sowie in Hamburg-Heimfeld Nord im Rahmen von beteiligungsorientierter Quartiersentwicklung.

Siehe hierzu Artikel Klages in „Standbein Spielbein“, Heft August 2000 (Hamburg)

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nm_koenigtxtWährend des Projekts Stadtraummarkierungen: Wenn ich König von Kreuzberg wär (1999) im Kreuzberger Problemquartier Wrangel-Kiez entwickeln Ältere und Jugendliche Ideen für die gemeinsame Nutzung von Stadtraum.
Jeder sollte was sagen, was er oder sie machen wollte, wenn sie König oder Königin von Kreuzberg wären. Zum Beispiel: Ein Platz der Lebensfreude, wo alle Nationen miteinander fröhlich sind, singen und tanzen. Hier markieren sie auf einer Bank ihre Vorschläge für gemeinsame Aktivitäten in einer Seniorenfreizeitstätte nebst benachbarter Grünanlage:

nm_koenig2  nm_koenig3Fotos: Ellis Berlijn


nm_koenig1Titel: Wenn ich König von Kreuzberg wär
Untertitel: Berlin 2000. Eine Hauptstadt für alle Lebensalter. Ein integratives Projekt im Rahmen des internationales Jahres der Senioren.

Projektpartner: Kreuzberg-Museum, Deutsches Technikmuseum, Seniorenamt Kreuzberg, Plan- und Leitstelle Gesundheit (Bezirksamt Kreuzberg von Berlin), Kiezschule Kreuzberg, International Global Walks, Andreas Haltermann (Künstler), Nachbarschaftsmuseum

(Thema/Inhalt
Wenn ich König von Kreuzberg war – unter diesem Motto kamen im Juni Kreuzberger SeniorInnen, die sich in der Seniorenfreitzeitstätte treffen und Schülerinnen der 8. Klasse der Kiezschule, die sich aus unterschiedlichen Herkunftskulturen zusammensetzen, bei Bewegungswerkstätten in Berlin zusammen. Die Frage der Lebensqualität im Lebensumfeld und die Möglichkeit der Mitgestaltung des eigenen „Königreiches“ in einem Bündnis von Jung und Alt standen bei dem Projekt im Vordergrund. Bei den Bewegungswerkstätten wurden wichtige Aspekte der eigenen Lebensgeschichte erzählt, bei Rundgängen der Stadtteil hinsichtlich Freizeitgestaltungsmöglichkeiten untersucht, zur Geschichte der Häuser von SchülerInnen und Senioren geforscht, Einblick in kreuzberger Bibliotheken, Archive, dem Museum, dem Künstlerhaus Bethanien und seiner Umgebung genommen.Die Seniorenfreizeitstätte Falckensteinstr. 6 in der sich viele der älteren Projektbeteiligten zu Aktivitäten begegnen, sowie die umgebende Grünanlage, die für Kinder und Jugendliche geschaffen wurden, erfuhren durch die Projektteilnehmer eine künstlerische Stadtraummarkierung, um die gemeinsamen Interessen am belebten Kiez hervorzuheben. Mögliche gemeinsame Aktivitäten wurden dabei im Rahmen der Ortsbegehungen und einer Ideenswerkstatt ausgelotet. Als erstes Ergebnis wurde der Eingangsbereich der Seniorenfreizeitstätte symbolisch mit bunten Farben angestrichen und Verbindungslinien zwischen dem Haus und einem benachbarten Fußballplatz mit Grünfläche mit farbigen Symbolen markiert.

Objekte/Bereiche
In der Ausstellung, die auch als Wanderausstellung konzipiert wurde, wird über das Projekt informiert. Fotos und Texte wurden an künstlerisch gestalteten, teils den Häusern nachempfundenen 9 Umzugskartons montiert. An Wäscheleinen, befestigt mit Wäscheklammern, informieren Texte über den Projektverlauf, die untersuchten Orte und die erarbeiteten Ergebnisse.

Ziele/Konzept
Diese Projektidee entstand im Rahmen des internationalen Jahres der Senioren 1999, das den Titel „Berlin 2000. Eine Hauptstadt für alle Lebensalter“ trägt. Das Projekt und die Ausstellung wurden finanziert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Zum Kontext: Der Grundgedanke des Projekts ist, durch Kulturarbeit Rahmenbedingungen zu schaffen, daß sich Menschen verschiedener Generationen und Kulturen verstärkt an der Gestaltung ihrer Umwelt beteiligen. Dadurch sollen interaktive und intergenerative Begegnungen und Handlungsfelder im Stadtteil initiiert werden. Problemen, die mit der fehlenden Komminikation zwischen Menschen in der Stadt einhergehen, sowie Ghettoisierungen soll damit begegnet werden. Unser Projekt fand im sog. „Wrangel-Kiez“ statt, der als Berliner Problembezierk kürzlich mit einem Quartiersmanagement ausgestattet wurde. Das Seniorenamt des Bezirks Kreuzberg wurde zum Kooperationspartner, koordiniert wurde das Projekt mit der Plan- und Leitstelle Gesunde-Städte-Netzwerk/WHO sowie dem Jugendamt von Kreuzberg.

Was hat das mit dem Verein Nachbarschaftsmuseum zu tun, der Träger des Projekts ist? – Aspekte von Museumsarbeit – das Arbeiten mit Erinnerungen von Menschen im historischen und sozialen Kontext – und Sozio-Kulturarbeit – das Arbeiten mit Erinnerungen im Lebensumfeld unterschiedlicher Bezugsgruppen – sollen zwecks Synergienbildung zusammengeführt und interdisziplinäre Kooperationen zwischen Einrichtungen der Jugend- und Seniorenarbeit angeregt werden. Den Bezugsrahmen bilden Gegenwartsprobleme, Historie und das soziale Gedächtnis von Menschen. Die Projektergebnisse wurden  am 1. Juli in der Kiezschule Kreuzberg präsentiert. Die dabei entstandene Ausstellung wanderte am 1. Oktober anläßlich des „Tages der älteren Generation“ weiter in die Seniorenfreizeitstätte, informell vernetzt mit den „Global Walks“ der WHO am 2. Oktober 1999. In Fortsetzung des Projekts wurde, angeregt durch das Kreuzberger Seniorenamt, im Jahre 2000 der intergenerative Workshops „In allen Farben: Ideen für ein Miteinander“ realisiert. Die bisher entwickelten Vorschläge für gemeinsame Aktivitäten in der Seniorenfreizeistätte und Umgebung sowie die Gestaltungsvorschläge wurden bei einer Ideenwerkstatt aufgegriffen und künstlerisch bearbeitet. Sie sollen Grundlage sein für die Gestaltung eines neuen Wandgemäldes im Eingangsbereich der Seniorenfreizeitstätte und Bausteine bilden für weitere interdisziplinäre Kooperationen. Eine weiteres „Stadtraummarkierung“-Projekt  „Abgefahrene Züge“ im Bereich ehemaligen Anhalter Bahnhofs, nahe dem Regierungsviertel, erfolgte  im Anschuß an dieses Projekt in Zusammenarbeit mit der Kreuzberger „Stadt als Schule“.

Zielgruppen
Multiplikatoren aus dem Bildungs- und Kulturbereich, päd. Institutionen, der Gemeinwesenarbeit, dem Bereich Stadtplanung, Schulen, außerschulische Einrichtungen, Nachbarschaftszentren.



Brunnen am Prenzlauer Berg (1999)

Ein Kooperationsprojekt mit dem Kinder- und Jugendmuseum Prenzlauer Berg.

Wiss. Mitarbeit bei der Konzipierung und Durchführung eines stadtteilbezogenen Projektes: Kinder und Jugendliche untersuchen in ihrem Kiez Wasser- und Grünanlagen unter Einbeziehung von StadtteilexpertInnen verschiedener Generationen und VertreterInnen des Bezirksamts. Ihre Verbesserungsvorschläge, deren Entwürfe in der Ausstellung zu sehen waren, diskutierten sie im Rahmen einer Stadtteilkonferenz mit Behördenvertretern und Kommunalpolitikern im Rathaus des Bezirks.
Die Dokumentation des Projekts ist nachzulesen in der gleichlautenden Broschüre, herausgegeben vom Kinder- und Jugendmuseum.



Ein Haus in Europa (1994 – 96)

Eine gemeinsame Initiative und ein Kooperationsprojekt des Nachbarschaftsmuseums e.V. und des Heimatmuseums Neukölln in Berlin. In Zusammenarbeit mit der Humboldt-Universität Berlin, Fachbereich Europäische Ethnologie, dem Amsterdamer Historischen Museum, der Universität Amsterdam, Fachbereich Soziologie, der Amsterdamer Wohnungsbauvereinigung Het Oosten und dem Budapester Ethnographischen Museum.

Am Beispiel eines ausgewählten Hauses in der Neuköllner Schillerpromenade wurden die Gegenwartsbefindlichkeit und die Lebenswelten seiner Bewohner mit unterschiedlichen Methoden erforscht, ausgestellt und in einen Dialog gebracht. Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Museen und Institutionen, die eine soziokulturelle Arbeit im Stadtteil betreiben, sollte neue Impulse für die Arbeit der Kooperationspartner geben.

Ausgangsfrage:  Inwieweit kann das im Museum „gespeicherte“ Wissen durch Kooperationen mit der lokalen Infrastruktur auch in die Gegenwart hineinwirken?
Brisanz erhielt das Projekt durch die unmittelbare Nachbarschaft zum – mittlerweile – ehemaligen Flughafen Tempelhof („Tempelhofer Freiheit“).

Mitwirkung des Nachbarschaftsmuseums an der Entwicklung des Konzepts, der internationalen Kooperationsbeziehungen, des nationalen und internationalen Netzwerkaufbaus. Leitung und Durchführung des sozio-kulturellen Programms. Verbunden mit Publikationen und zahlreichen Tagungsbeiträgen national und international (Madrid, Rubi/Barcelona, Wien, Stockholm, Leipzig, Wolfenbüttel, Berlin, Kassel, Potsdam, Kassel).

Siehe hierzu die Ausstellungskataloge:
„Ein Haus in Europa. Stadtkultur im Museum“. Hrsg. Udo Gößwald, Rita Klages, Opladen, 1997. U.a. Artikel Klages/Normann

– „Schillerpromenade 27 – 12049 Berlin – Ein Haus in Europa“, Hrsg. Bezirksamt Neukölln von Berlin, Opladen, 1996, u. a.  Artikel Klages, sowie weitere Publikationen „Migration. Stadt im Wandel“; Standbein Spielbein Nr. 49  „Heimat durch Nachbarschaft“; „Migration und Museum“ (s. Webseite)

Beide Kataloge sind bestellbar

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Im Rahmen des Projekts Ein Haus in Europa begegnen sich bei Berliner Tafelrunden Nachbarn verschiedener Kulturen im Heimatmuseum. Eine Äthiopische Kaffeezeremonie (1995) im Hof des Heimatmuseums Neukölln, regt an zum Austausch über Kaffeerituale.

nm_kaffee1 nm_kaffee2 nm_kaffee3 Fotos: Hanna Sjöberg

Weiteres intergeneratives Projektbeispiel