Archiv der Kategorie: Internationale Kooperationen



Brandenburger Bräute (2010 – 13). Eine Wanderausstellung

2010 – 2013 Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekt „Brandenburger Bräute“
– Seit 2011 als erweiterte  Wanderausstellung –

2010
Ausstellung im Rahmen des von Kulturland Brandenburg 2010 ausgerufenen Themenjahres „Mut & Anmut – Frauen in Brandenburg-Preußen“ mit Fotografien aus dem Archiv historische Alltagsfotografie von Hochzeiten und Brautpaaren aus den letzten 120 Jahren sowie Brautgeschichten historischer und gegenwärtiger Brandenburger Frauen.

Ein Kooperationsprojekt der Gemeinwesenakademie des Vereins Soziale Stadt Potsdam, des Potsdamer Stadtteilmanagement am Schlaatz, des Archivs historische Alltagsfotografie und des Vereins Nachbarschaftsmuseum. Die Ausstellung wurde gefördert durch Kulturland Brandenburg 2010, das Programm Soziale Stadt Potsdam,  die Gewoba – ein Unternehmen der  Pro Potsdam GmbH, den Verein Soziale Stadt Potsdam e.V., die Donnation – Frauenstiftung zu Berlin und run-Umzüge Berlin.

Die Ausstellung zu unterschiedlichen Hochzeitsbräuchen in Brandenburg basierte neben den Fotografien des Archivs für hinstorische Alltagsfotografie auf kulturhistorischen Forschungen in über zwanzig Brandenburger Museen sowie auf 21 Zeitzeugeninterviews. Sie bestand aus einem historischen und einem aktuellen Ausstellungsteil.
Ausgangsort der ersten Ausstellung war Potsdam mit seinem multikulturellen Stadtteil Schlaatz; Ausstellungsorte das „Haus der Generationen und Kulturen“ sowie das  „Bürgerhaus im Schlaatz“. Weiterlesen

Das Projekt „Brandeburger Bräute“ entstand unter aktiver Einbeziehung der Brandenburger Bevölkerung mit Fokus auf Potsdam durch das Zusammentragen von Hochzeitsgeschichten und Objekten. Die kulturellen und religiösen Besonderheiten, Riten und Traditionen rund um die Hochzeit wurden ebenso aufgezeigt wie die Lebensentwürfe von Frauen unterschiedlicher Generationen und Kulturen unter Berücksichtigung gesellschaftlicher Wandlungsprozesse.

Das Begleitprogramm zur Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren, wie
z. B. Familienberatungsstellen, Migrantenorganisationen, Schreibwerkstätten, Religionsgemeinschaften, der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam und engagierten Einzelpersonen. Filmvorführungen, Vorträge, Lesungen, Round-Table-Gespräche vertieften vielfältige Aspekte rund um die Hochzeit. Veranstaltungsprogramm Brandenburger Bräute Potsdam 2010

Ausstellungsorte der Wanderausstellung im Land Brandenburg:
2011       Freilichtmuseum Altranft
2011/12  Heimatmuseum Strausberg siehe
2012         Rathaus Klein-Machnow
2012/13   Museen Alte Bischofsburg in Wittstock/Dosse

Die Wanderausstellung erweiterte sich um die jeweiligen Hochzeitsgeschichten, dazugehörigen Objekte und Brauterlebnisse „vor Ort“ in Zusammenarbeit mit den beteiligten Museen.

Die „Brandenburger Bräute“ lieferten Beispiel für den Sentitreff (einem
multikulturellen Luzerner Statteilzentrum) und das Historische Museum in Luzern/CH für das
Ausstellungsprojekt „Ewig dein. Vom Flirten, Lieben und Zusammenleben“
(2012/13. In Zusammenarbeit mit dem Nachbarschaftsmuseum wurden bei der Begleitveranstaltung „Heiraten in Brandenburg“ in Luzern 2013 Brautpaare zweier Generationen aus den Partnerstädten Potsdam und Luzern zu einem Erfahrungsaustausch zusammen geführt.

Hinweis: Die Ausstellung „Brandenburger Bräute“ wird weiterhin vom Archiv für historische Alltagsfotografie als Wanderausstellung angeboten; nähere Details können abgefragt werden

Publikation: Lothar Binger, Susann Hellemann „Brandenburger Bräute – Frauenschicksale und Hochzeitstraditionen in der Mark“, Kleinmachnow 2012 im Selbstverlag (lotharbinger@googlemail.com)

© Archiv für Historische Alltagsfotografie

 



Döner, Dienste und Design (2010/11)

Berliner Unternehmerinnen und Unternehmer.
Eine Werkstattausstellung zur Migrantenökononomie.

Der Döner-Kebab im Brot ist eine Erfindung aus Berlin. Die Erfolgsgeschichte des Fastfoods ist in Deutschland ungebrochen – seinen Siegeszug durch Europa hat er bereits angetreten. In den letzten 20 Jahren hat sich eine Döner-Industrie entwickelt, zu der nicht nur die Imbiss-Läden zählen, sondern vor allem die professionellen Produktionsstätten,
Bäckereien und die Unternehmen für Gastronomiebedarf.

Neben den typischen kleinen Geschäften und Restaurants gibt es mittelständische Unternehmen im Dienstleistungsgewerbe und im Export; andere betätigen sich im Medien- und Kunstbereich. Sie sind aus Berlin nicht mehr wegzudenken, da sie einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilität und zur kulturellen Belebung der Stadt leisten.

Weiterlesen

Der Döner-Kebap ist eine Erfindung aus Berlin, und zwar von einem ehemaligen „Gastarbeiter“ aus der Türkei. Die Erfolgsgeschichte des Fast-Foods ist in Deutschland ungebrochen – seinen Siegeszug durch Europa hat er bereits angetreten. Etwa 1.600 Döner-Imbiss-Betreiber gibt es in Berlin. Ihre Spieße erhalten sie längst von professionellen Produzenten. In den letzten 20 Jahren hat sich eine regelrechte Döner-Industrie entwickelt, die auch für die Ausstattungen sorgt. Die entsprechenden Zuliefererfirmen findet man im türkischen Branchenbuch für Berlin-Brandenburg.

Alle Unternehmer/innen haben zweierlei gemeinsam. Sie stärken das wirtschaftliche Rückgrat unserer Gesellschaft, und sie sind Migrant/innen oder deren Nachfahren. Die Arbeit dieser Selbstständigen wird in Fachkreisen als „Migrantenökonomie“ bezeichnet. Dabei handelt es sich nicht mehr um eine Nischenwirtschaft. Neben den typischen kleinen Geschäften und Restaurants gibt es mittelständische Unternehmen im Dienstleistungsgewerbe und im Export; andere betätigen sich im Medien- und Kunstbereich. Sie sind aus Berlin nicht mehr wegzudenken, da sie einen wichtigen Beitrag zum wirtschaftlichen Wohlergehen und zur kulturellen Belebung der Stadt leisten.

Eine Werkstattausstellung präsentiert dieses Thema mit Fotos und ausgewählten Objekten. Sie ist der Beitrag des Museums Europäischer Kulturen und des Nachbarschaftsmuseums e.V. zum EU-Projekt Unternehmenskulturen in europäischen Städten, an dem Museen und Kultureinrichtungen aus sieben Ländern beteiligt sind. Sie bezieht sich auf das Projekt „Migration, Arbeit und Identität“ (2000-2003), das ebenfalls von der EU gefördert wurde.
Ausstellungseröffnung: Museen Dahlem am 20. November, 19 Uhr,
Fabeckstr. 14-16

Veranstalter: Museum Europäischer Kulturen

Ausstellungsdokumentation

Näheres zum EU-Projekt „Entrepreneurial Cultures in Cities in Europe“ siehe Publikation: Entrepreneurial Cultures in Europe 2010



Döner, Dienste und Design (2010/11)

Berliner UnternehmerInnen; Wanderausstellung

Präsentation der Ausstellung im Rahmen der 26. Deutschen Gründer- und Unternehmertage (deGUT) im Oktober 2010 in der STATION-Berlin am Gleisdreieck sowie im Rathaus Schöneberg vom 8.12.2010 bis 07.01.2011 im Rahmen der Reihe „CrossKultur 2010“, einem Kooperationsprojekt der Integrationsbeauftragten des Bezirks, der Museen Tempelhof-Schöneberg und des bezirklichen Modellprojektes „Demographischer Wandel – Strategien für Berliner Bezirke“, initiiert von Bezirksbürgermeister Ekkehard Band.

Mehr zum EU-Projekt „Entrepreneurial Cultures in Cities in Europe“ siehe Publikation: Entrepreneurial Cultures in Europe 2010



EU-Projekt Entrepreneurial Cultures in European Cities (2008 – 2010) – Die Berliner Projekte

EU-Projekt „Unternehmenskulturen in europäischen Städten“

Ein Kooperationsprojekt mit Museen und Bildungseinrichtungen aus Amsterdam (NL), Barcelona (ES), Berlin, Liverpool (GB), Luxemburg (L), Talinn (LIT), Volos (GR) Zagreb (HR). Berliner Kooperationspartner: Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin und Nachbarschaftsmuseum, Mitinitiator des Projekts.

Im Mittelpunkt des Ausstellungsprojekts stand das kleine und mittelständische Unternehmertum in europäischen Metropolen, das mit steigender Tendenz von MigrantInnen und deren Nachkommen geführt wird. Ihre Rolle für das wirtschaftliche, politische und kulturelle Leben der Städte und den sozialen Zusammenhalt wurde in Ausstellungen verdeutlicht und Wege der Präsentation in einem Museum aufgezeigt.
Das Projekt verband sich mit gegenwartsbezogenen Sammlungsstrategien und dem Erreichen neuer Zielgruppen für die Museumsarbeit.

Neben internationalen Fachveranstaltungen mit den Kooperationspartnern wurden in Berlin zwei Projekte durchgeführt. Weiterlesen


2008 „Was machst Du später Yasmin? Unternehmen: Zukunft“

Ein Jugendprojekt für SchülerInnen aus Kreuzberg. Zusammen mit KünstlerInnen der
Kultureinrichtung „Schlesische 27“, unter Federführung des Vereins Nachbarschaftsmuseum, interviewten die Jugendlichen erfolgreiche Kreuzberger UnternehmerInnen und erstellten von ihnen in unterschiedlichen Medien Porträts.
Dies lieferte den Grundstock für eine Ausstellung, die zum Abschluss der Projektwochen in der „Schlesischen 27“ von den SchülerInnen präsentiert wurde.
Sie erschlossen sich einen Zugang zur Lebens- und Berufswelt von UnternehmerInnen mit Migrationsgeschichte und setzten sich mit ihren eigenen beruflichen Zukunftsvorstellungen auseinander. – Näheres siehe Beitrag „Was machst du später, Yasmin?…..“

2009/10 Ausstellung „Döner – Dienste und Design. Berliner UnternehmerInnen“.

Die Ergebnisse des Projekts „Was machst du später, Yasmin?“ wurden 2009/10
im Museum Europäischer Kulturen – Staatl. Museen zu Berlin im Rahmen der Ausstellung „Döner – Dienste und Design. Berliner UnternehmerInnen“ der Öffentlichkeit gezeigt. Im Rahmen der „Tage des Interkulturellen Dialogs“ berichteten die SchülerInnen ein Jahr später, was ihnen „Was machst du später, Yasmin? …“ für die eigenen Berufsfindungsstrategien brachte. – Näheres siehe Beitrag „Döner, Dienste und Design. Berliner UnternehmerInnen

Im Anschluss an das EU-Projekt wurde die Ausstellung 2010 im Rahmen der 26. Deutschen Gründer- und Unternehmenstage (deGUT-Messe) sowie der Veranstaltungsreihe CrossKultur 2010 im Berliner Rathaus Schöneberg präsentiert.



EU-Projekt SMILE (2004 – 2007)

System for Migrants-Integration as Lifehelp through Education (2004 – 2007)

Ein Berufsbildungsprojekt für MigrantInnen mit 16 Partnern aus vier EU-Ländern mit dem Ziel der beruflichen Integration in den Arbeitsmarkt. Entwicklung von Ausbildungsmodulen sowie einem Handbuch für die Berufsbildner auf der Grundlage von Biografiearbeit. Berliner Kooperationspartner: DRK Bildungswerk Nord, BBQ Baumann; INTAC 24

Durch das Arbeiten mit der biografischen Methode wurden MigrantInnen durch den Verein Wege aufgezeigt, die in der Heimat erworbenen sozialen und kulturellen Kompetenzen für die Qualifizierung zu nutzen und zu erweitern. Sie wurden gleichzeitig an für sie „maßgeschneiderte“ sozio-kulturelle Netzwerke herangeführt. Siehe www.adam-europe.eu sowie nachzulesen in impuls 30, SMILE Handbuch für die berufliche Integration von Migranten am Beispiel kultursensibler Pflege.



EU-Projekt Migration, Arbeit und Identität (2000 – 2003)

Mit Museen und MigrantInnen aus Manchester (GB), Kopenhagen (DK), Norrköping (SV), Steyr (A), Terrassa (ES), Hamburg und Berlin (Museum Europäischer Kulturen – Staatl.Museen zu Berlin, Deutsches Technikmuseum, Museumspädagogischer Dienst, Nachbarschaftsmuseum) wurde die Bedeutung von Migration für den kulturellen, technischen und gesellschaftlichen Wandel im 20./21. Jahrhundert in mehreren europäischen Regionen und Metropolen herausgearbeitet.

Anhand von Exponaten wurde in den Berliner Museen der unterschiedliche wie gemeinsame kulturelle und gesellschaftliche Wandel aufgrund technischer Veränderungen in den Lebens- und Arbeitsprozessen erfasst. Begleitveranstaltungen unter aktiver Einbeziehung von MigrantInnen verfolgten insbesondere die Frage, wie sich Menschen in ihren sozialen und kulturellen Kontexten organisieren und welches Erfahrungswissen sie an nachfolgende Generationen weitergeben wollen. Intergenerative Ausstellungsführungen sowie Interkulturelle Tage, an denen sich Migrantenorganisationen präsentierten und ihre Anliegen im Museum öffentlich vortrugen, waren ebenso Teil des Projekts.

Das Projekt verband sich in Berlin mit den Ausstellungen „Heimat Berlin. Fotografische Impressionen“, „MigrationsGeschichte(n) in Berlin“ sowie der internat. Wanderausstellung „Crossing borders. Migranten in Europa“, die im Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin zu sehen waren.

Um eine Nachhaltigkeit des EU-Projektes zu gewährleisten, haben die Berliner Partner die Berliner Plattform ins Leben gerufen.

Siehe hierzu Artikel Klages/Matthes in „Standbein Spielbein“, Heft April 2003, Hamburg, Artikel Klages unter „Migration und Museum. Neue Ansätze in der Museumspraxis“ 2005, Münster (Art. KlagesMigrationundMuseum2005gescannt)„, sowie verschiedene Tagungsbeiträge: im Jahre 2000 Worklab-conference in Manchester, im Jahre 2002 „Interacció. Politiques per a la interculturalitat“ in Barcelona sowie 2003 im Museum de la Ciencia i de la Tecnica de Catalunya in Terrassa/Spanien (nachzulesen unter Publikationen)



Museum and community (2000)

zu diesem Thema realisierte der Verein im Jahre 2000 eine 5tägige London-Exkursion für MuseumsexpertInnen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich. Museen, die sich der englischen Bildungsoffensive angeschlossen haben sowie Vertreter der englischen Bidungs- und Museumspolitik und von Communities wurden zu einem Erfahrungsaustausch aufgesucht. Zu den Museen zählten z.B. das Victoria + Albert Museum, die Tate Modern, die Walsall Art Gallery. Das Shakespeares Globe präsentierte community-Ansätze, die u.a. mit der Tate Gallery entwickelt wurden, das Age Exchange Reminiscence Center präsentierte sich mit seinem Museum, einer Sonderausstellung sowie einer der Theateraufführung „Our century and us“, das mit ZeitzeugInnen entwickelt und aufgeführt wurde.

Die Exkursion wurde durchgeführt in Zusammenarbeit mit der Universität Basel / Gesellschaft für Museologie, der Universität Greenwich, Business School/Center for Heritage and Cultural Industries Management, London und dem Nachbarschaftsmuseum.



Wenn ich König von Kreuzberg wär (1999)

Projekt Stadtraummarkierungen

Im Rahmen des „Internationalen Jahres der Senioren“ in Zusammenarbeit mit dem
Deutschen Technikmuseum, dem Kreuzberg-Museum, Kreuzberger Schulen und Senioreneinrichtungen, koordiniert mit der Plan- und Leitstelle Gesundheit des Bezirks Kreuzberg sowie den International Global Walks. – Leitung: Nachbarschaftsmuseum.

Im Fokus des Ausstellungsprojekts standen ausgewählte Kreuzberger Quartiere, die hinsichtlich ihrer Lebensqualität für die Bewohner verschiedener Generationen und Kulturen untersucht und gleichzeitig mit deren Erinnerungsspuren dargestellt wurden. Möglichkeiten der Mitgestaltung des eigenen „Königreiches“ in einem intergenerativen Bündnis wurden bei diesem Projekt ausgelotet und vorgestellt.

Tagungsbeiträge hierzu beim Kinder- und Jugendmuseum in München sowie in Hamburg-Heimfeld Nord im Rahmen von beteiligungsorientierter Quartiersentwicklung.

Siehe hierzu Artikel Klages in „Standbein Spielbein“, Heft August 2000 (Hamburg)

Weiterlesen

nm_koenigtxtWährend des Projekts Stadtraummarkierungen: Wenn ich König von Kreuzberg wär (1999) im Kreuzberger Problemquartier Wrangel-Kiez entwickeln Ältere und Jugendliche Ideen für die gemeinsame Nutzung von Stadtraum.
Jeder sollte was sagen, was er oder sie machen wollte, wenn sie König oder Königin von Kreuzberg wären. Zum Beispiel: Ein Platz der Lebensfreude, wo alle Nationen miteinander fröhlich sind, singen und tanzen. Hier markieren sie auf einer Bank ihre Vorschläge für gemeinsame Aktivitäten in einer Seniorenfreizeitstätte nebst benachbarter Grünanlage:

nm_koenig2  nm_koenig3Fotos: Ellis Berlijn


nm_koenig1Titel: Wenn ich König von Kreuzberg wär
Untertitel: Berlin 2000. Eine Hauptstadt für alle Lebensalter. Ein integratives Projekt im Rahmen des internationales Jahres der Senioren.

Projektpartner: Kreuzberg-Museum, Deutsches Technikmuseum, Seniorenamt Kreuzberg, Plan- und Leitstelle Gesundheit (Bezirksamt Kreuzberg von Berlin), Kiezschule Kreuzberg, International Global Walks, Andreas Haltermann (Künstler), Nachbarschaftsmuseum

(Thema/Inhalt
Wenn ich König von Kreuzberg war – unter diesem Motto kamen im Juni Kreuzberger SeniorInnen, die sich in der Seniorenfreitzeitstätte treffen und Schülerinnen der 8. Klasse der Kiezschule, die sich aus unterschiedlichen Herkunftskulturen zusammensetzen, bei Bewegungswerkstätten in Berlin zusammen. Die Frage der Lebensqualität im Lebensumfeld und die Möglichkeit der Mitgestaltung des eigenen „Königreiches“ in einem Bündnis von Jung und Alt standen bei dem Projekt im Vordergrund. Bei den Bewegungswerkstätten wurden wichtige Aspekte der eigenen Lebensgeschichte erzählt, bei Rundgängen der Stadtteil hinsichtlich Freizeitgestaltungsmöglichkeiten untersucht, zur Geschichte der Häuser von SchülerInnen und Senioren geforscht, Einblick in kreuzberger Bibliotheken, Archive, dem Museum, dem Künstlerhaus Bethanien und seiner Umgebung genommen.Die Seniorenfreizeitstätte Falckensteinstr. 6 in der sich viele der älteren Projektbeteiligten zu Aktivitäten begegnen, sowie die umgebende Grünanlage, die für Kinder und Jugendliche geschaffen wurden, erfuhren durch die Projektteilnehmer eine künstlerische Stadtraummarkierung, um die gemeinsamen Interessen am belebten Kiez hervorzuheben. Mögliche gemeinsame Aktivitäten wurden dabei im Rahmen der Ortsbegehungen und einer Ideenswerkstatt ausgelotet. Als erstes Ergebnis wurde der Eingangsbereich der Seniorenfreizeitstätte symbolisch mit bunten Farben angestrichen und Verbindungslinien zwischen dem Haus und einem benachbarten Fußballplatz mit Grünfläche mit farbigen Symbolen markiert.

Objekte/Bereiche
In der Ausstellung, die auch als Wanderausstellung konzipiert wurde, wird über das Projekt informiert. Fotos und Texte wurden an künstlerisch gestalteten, teils den Häusern nachempfundenen 9 Umzugskartons montiert. An Wäscheleinen, befestigt mit Wäscheklammern, informieren Texte über den Projektverlauf, die untersuchten Orte und die erarbeiteten Ergebnisse.

Ziele/Konzept
Diese Projektidee entstand im Rahmen des internationalen Jahres der Senioren 1999, das den Titel „Berlin 2000. Eine Hauptstadt für alle Lebensalter“ trägt. Das Projekt und die Ausstellung wurden finanziert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Zum Kontext: Der Grundgedanke des Projekts ist, durch Kulturarbeit Rahmenbedingungen zu schaffen, daß sich Menschen verschiedener Generationen und Kulturen verstärkt an der Gestaltung ihrer Umwelt beteiligen. Dadurch sollen interaktive und intergenerative Begegnungen und Handlungsfelder im Stadtteil initiiert werden. Problemen, die mit der fehlenden Komminikation zwischen Menschen in der Stadt einhergehen, sowie Ghettoisierungen soll damit begegnet werden. Unser Projekt fand im sog. „Wrangel-Kiez“ statt, der als Berliner Problembezierk kürzlich mit einem Quartiersmanagement ausgestattet wurde. Das Seniorenamt des Bezirks Kreuzberg wurde zum Kooperationspartner, koordiniert wurde das Projekt mit der Plan- und Leitstelle Gesunde-Städte-Netzwerk/WHO sowie dem Jugendamt von Kreuzberg.

Was hat das mit dem Verein Nachbarschaftsmuseum zu tun, der Träger des Projekts ist? – Aspekte von Museumsarbeit – das Arbeiten mit Erinnerungen von Menschen im historischen und sozialen Kontext – und Sozio-Kulturarbeit – das Arbeiten mit Erinnerungen im Lebensumfeld unterschiedlicher Bezugsgruppen – sollen zwecks Synergienbildung zusammengeführt und interdisziplinäre Kooperationen zwischen Einrichtungen der Jugend- und Seniorenarbeit angeregt werden. Den Bezugsrahmen bilden Gegenwartsprobleme, Historie und das soziale Gedächtnis von Menschen. Die Projektergebnisse wurden  am 1. Juli in der Kiezschule Kreuzberg präsentiert. Die dabei entstandene Ausstellung wanderte am 1. Oktober anläßlich des „Tages der älteren Generation“ weiter in die Seniorenfreizeitstätte, informell vernetzt mit den „Global Walks“ der WHO am 2. Oktober 1999. In Fortsetzung des Projekts wurde, angeregt durch das Kreuzberger Seniorenamt, im Jahre 2000 der intergenerative Workshops „In allen Farben: Ideen für ein Miteinander“ realisiert. Die bisher entwickelten Vorschläge für gemeinsame Aktivitäten in der Seniorenfreizeistätte und Umgebung sowie die Gestaltungsvorschläge wurden bei einer Ideenwerkstatt aufgegriffen und künstlerisch bearbeitet. Sie sollen Grundlage sein für die Gestaltung eines neuen Wandgemäldes im Eingangsbereich der Seniorenfreizeitstätte und Bausteine bilden für weitere interdisziplinäre Kooperationen. Eine weiteres „Stadtraummarkierung“-Projekt  „Abgefahrene Züge“ im Bereich ehemaligen Anhalter Bahnhofs, nahe dem Regierungsviertel, erfolgte  im Anschuß an dieses Projekt in Zusammenarbeit mit der Kreuzberger „Stadt als Schule“.

Zielgruppen
Multiplikatoren aus dem Bildungs- und Kulturbereich, päd. Institutionen, der Gemeinwesenarbeit, dem Bereich Stadtplanung, Schulen, außerschulische Einrichtungen, Nachbarschaftszentren.



Museum, music and community (1999)

Einwöchige London-Exkursion, entwickelt und realisiert für StudentInnen der Alice-Salomon-Fachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik, Berlin.

Am Beispiel der Museumspädagogik des Victoria + Albert Museums , der Tate Gallery und der Tate Modern (vor Eröffnung) wurden deren sozio-kulturelle Netzwerke in den Londoner communities untersucht.
Die „First Framework“ führte in die settlement-Bewegung in verschiedenen Londoner Stadtteilen ein . Die Lewisham Academy of Music demonstrierte am Beispiel ihrer Arbeit die Inszenierung von Stadträumen (verantwortlich für den Musikbereich: Dr. Joachim Lucchesi, Musikwissenschaftler).



Ein Haus in Europa (1994 – 96)

Eine gemeinsame Initiative und ein Kooperationsprojekt des Nachbarschaftsmuseums e.V. und des Heimatmuseums Neukölln in Berlin. In Zusammenarbeit mit der Humboldt-Universität Berlin, Fachbereich Europäische Ethnologie, dem Amsterdamer Historischen Museum, der Universität Amsterdam, Fachbereich Soziologie, der Amsterdamer Wohnungsbauvereinigung Het Oosten und dem Budapester Ethnographischen Museum.

Am Beispiel eines ausgewählten Hauses in der Neuköllner Schillerpromenade wurden die Gegenwartsbefindlichkeit und die Lebenswelten seiner Bewohner mit unterschiedlichen Methoden erforscht, ausgestellt und in einen Dialog gebracht. Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Museen und Institutionen, die eine soziokulturelle Arbeit im Stadtteil betreiben, sollte neue Impulse für die Arbeit der Kooperationspartner geben.

Ausgangsfrage:  Inwieweit kann das im Museum „gespeicherte“ Wissen durch Kooperationen mit der lokalen Infrastruktur auch in die Gegenwart hineinwirken?
Brisanz erhielt das Projekt durch die unmittelbare Nachbarschaft zum – mittlerweile – ehemaligen Flughafen Tempelhof („Tempelhofer Freiheit“).

Mitwirkung des Nachbarschaftsmuseums an der Entwicklung des Konzepts, der internationalen Kooperationsbeziehungen, des nationalen und internationalen Netzwerkaufbaus. Leitung und Durchführung des sozio-kulturellen Programms. Verbunden mit Publikationen und zahlreichen Tagungsbeiträgen national und international (Madrid, Rubi/Barcelona, Wien, Stockholm, Leipzig, Wolfenbüttel, Berlin, Kassel, Potsdam, Kassel).

Siehe hierzu die Ausstellungskataloge:
„Ein Haus in Europa. Stadtkultur im Museum“. Hrsg. Udo Gößwald, Rita Klages, Opladen, 1997. U.a. Artikel Klages/Normann

– „Schillerpromenade 27 – 12049 Berlin – Ein Haus in Europa“, Hrsg. Bezirksamt Neukölln von Berlin, Opladen, 1996, u. a.  Artikel Klages, sowie weitere Publikationen „Migration. Stadt im Wandel“; Standbein Spielbein Nr. 49  „Heimat durch Nachbarschaft“; „Migration und Museum“ (s. Webseite)

Beide Kataloge sind bestellbar

Weiterlesen

Im Rahmen des Projekts Ein Haus in Europa begegnen sich bei Berliner Tafelrunden Nachbarn verschiedener Kulturen im Heimatmuseum. Eine Äthiopische Kaffeezeremonie (1995) im Hof des Heimatmuseums Neukölln, regt an zum Austausch über Kaffeerituale.

nm_kaffee1 nm_kaffee2 nm_kaffee3 Fotos: Hanna Sjöberg

Weiteres intergeneratives Projektbeispiel